Leitfaden zur Digitalisierung im Retail (Retail 4.0)

Vorwort:

Nachfolgende Aufstellung ist durch das Fachgremium Digitalisierung am POS erstellt worden. Sie soll einen Überblick vermitteln, welche Aspekte für Ihr eigenes Digitalisierungskonzept im Einzelhandel zu beachten bzw. individuell zu bewerten sind. Die Auswahl bzw. Vertiefung einzelner Aspekte richtet sich nach Ihren individuellen Schwerpunkten und Zielstellungen.

 

Der Leitfaden erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, er unterliegt dem technischen Wandel. Für eine detailliertere Ausführung einzelner Schwerpunkte empfiehlt sich die individuelle Beratung durch die Mitgliedsunternehmen des Fachgremiums.

1. Die Strategischen Ziele

1.1 Produktivität des Handelsunternehmens

Digitale Warenwirtschaft

  • Bestandsführung in Echtzeit
  • Automatisierte Bestell- und Beschaffungsprozesse (Regalautomatisierung)
  • Umsatzranking in Echtzeit

Gewinnung und Auswertung von Kundendaten

  • Sammlung von Kennzahlen über Kunden (Data Mining)
  • Kundenkarten (Bonus und Treueprogramme)
  • Messung Passanten / Besucher, Aufenthaltsdauer
  • Frequenz, Besuchshäufigkeit [neu & wiederkehrend],
  • Zielgruppenbezogene Auswertung

Digitalisierung von Arbeitsprozessen

  • Preisauszeichnung durch ESL (Electronic Shelf Label)
  • Mitarbeiterschulung und Qualifizierung (Webinar)
  • Aufgabenzuteilung, Erfolgsmessung und Rückmeldung
  • Arbeitszeiterfassung, Dienstpläne und Urlaubsplanung
  • Vermeidung von Inventurverlusten (Kameraüberwachung, elektronische Artikelsicherung EAS)
  • Beleuchtungssteuerung tages- und witterungsabhängig
  • Raumklimatisierung und Belüftungssteuerung

 

1.2 Mehrwerte für den Kunden / Omni-Channel-Einkauf

Interaktive Inhalte für Promotion / Aktionen / Werbung

  • Digitale Beratungstools für Personal und Kunden (Magic Mirror,, Sprachassistenten)
  • Tools zur Erhöhung der Verweildauer (z. B. Gäste WLAN)
  • Emotionalisierung + Information durch Videoclips und Audio, Instore-Radio, Multisensorik (Duft, Beschallung)
  • Bewegte & interaktive Warenpräsentation
  • Erweiterung des Einkaufserlebnisses (z. B. Virtual Reality)
  • Digital Signage
  • App auf Smartphone (Instore-Navigation, personalisierte Werbung, Bezahlsysteme, Produktinformation)
  • Produktidentifikation über Lichtsteuerung
  • Social Media Kanäle

Harmonisierung Online-Offline Geschäft

  • Verknüpfung der Vertriebskanäle Omni-Channel
  • Verlängerung des Ladenregals, Einbindung des Online-Angebotes, Verfügbarkeitsprüfung
  • Abhol- und Lieferservice (buy and collect)
  • Individualisierung von Produkten (Customizing) und Ergänzung (Add ons)
  • Digitale Coupons

Bargeldloses Bezahlen

  • Kunde scannt Ware selbst (Self Checkout)
  • Zahlung per Karte oder App (Mobile Payment)
  • Kassenloses Einkaufen POSH (Pocket Shop)

2. Technische Anforderungen

Haustechnische Anforderungen

  • Stromversorgung bis zum Regal
  • Netzwerkverbindung LAN (Local Area Network oder WLAN Wireless LAN)
  • Mobilfunk, Bluetooth(Funkstandard), Beacons (Funkfeuer)
  • Internetverbindung und Absicherung
  • BUS Systeme für Klimatisierung, Licht und Belüftung (Smart Home bzw. Store)

Technische Anforderung Ladenbau (Theken, Regale Warenträger)

  • Medienführung (Verkabelung jeglicher Art, Strom-Datenschienen)
  • Revisionierbarkeit
  • Integration digitaler und akustischer Wiedergabegeräte (Aufnahme für ESL (Electronic Shelflabeling; Tablets, Screens, Lautsprecher)

Anforderungen an Hardware

  • Qualität, Verfügbarkeit, Lebenszyklus & Kompatibilität
  • Einbindung mobiler Endgeräte für das Ladenpersonal und/oder Shopper
  • Wiederherstellungszeit im Fehlerfall
  • Zertifizierungen
  • Erweiterungsfähigkeit

Anforderungen an Software

  • Verfügbarkeit und Stabilität (Betriebssystem, Infrastruktur und Anwendung)
  • Einsatz von Apps
  • Definition von Schnittstellen zu Server, Internet, Kundenendgeräten
  • Sicherheit (Schutz vor Angriff und Missbrauch)
  • Administration, Update, Sicherheitspatches

Anforderungen an Daten/Content

  • Datenquellen (Kassensysteme, Warenwirtschaftssysteme, Content Management Systeme, Sensorik)
  • Definition des Datenbedarfs und deren Formate (Daten zu Kunden, Produkte, Content)
  • Datenaustausch über zu definierende Schnittstellen
  • Speicherort der Daten (Server, Dezentral, Cloudbasiert)
  • Datenpflege
  • Datenschutz, Urheberrecht, GEMA Gebühren etc.

3. Personelle Anforderungen

Ressourcen

  • Interne personelle Kapazitäten
  • Bedarf externer Partner
  • Aufgabenzuordnung
  • Motivation und Einbindung der Mitarbeiter
  • Reaktionszeit bei Social Media und Hotline auch außerhalb der Geschäftszeiten

Know How

  • Identifikation notwendiger Fachkenntnisse
  • Schulungsbedarf Weiterbildung

Dieser Leitfaden wurde erarbeitet vom dlv-Fachgremium Digitalisierung am POS

Concept-s

Ladenbau & Objektdesign GmbH 

 

Kirsten Lind

info@concept-s-design.com // +49 (0) 7181 99 371-0

gekartel AG

 

Klaus Schäfer

info@gekartel.de // +49 (0) 351 873214-0

Harreskind

 

Lutz Schneppendahl

info@harres-kind.de // +49 (0) 2902 9775-720

HARTING System

 

Peter Weichert

info@harting-systems.de // +49 (0) 5772 47-1284

Ligneus GmbH

 

Daniel Erhardt

info@ligneus.de // +49 (0) 35205 499-115

Online Software AG

 

Tobias Nagel

info@online-software-ag.de // +49 (0) 6201 9988-0

POS Tuning GmbH & Co. KG

 

Oliver Voßhenrich

info@postuning.de // +49 (0) 5222 36965-0