Stahlpreisentwicklung 2009
Quo vadis Stahlmarkt – Ein Bericht von A.T. Kearney
Kapazitätsstilllegungen. Entlassungen. Preiseinbrüche. Diese Meldungen haben die Rekordpreise auf den Stahl- und Rohstoffmärkten abgelöst. Durch das unglaubliche Wachstum in den Schwellenländern, wie China und Indien, hat die Nachfrage nach Stahl bis Mitte 2008 einen Höhenflug erlebt. Allerdings ließ die Wirtschaftskrise die Nachfrage einbrechen. Dies hatte den Aufbau großer Lagerbestände bei Stahl und anderen Rohstoffen geführt. Zudem sind die Spotmarktpreise für Stahl und Rohstoffe in sich zusammen gebrochen. Nimmt man allerdings die bestimmenden Treiber des Stahlmarktes in Betracht, so lässt sich erkennen, dass es sich bei der aktuellen Situation um Korrekturen handelt und dass sich der Markt auf längere Sicht gesehen, erholen wird. Auf der Angebotsseite herrscht Konsolidierung. In einigen Gegenden wie beispielsweise Japan ist diese sogar weit fortgeschritten, während China noch am Anfang dieser Entwicklung steht. Die weitere beschleunigte Konsolidierung der Stahlindustrie wird es der Anbieterseite ermöglichen, die Produktionskapazitäten und damit auch den Preis besser zu steuern als bislang.
In den Schwellenländern ist langfristig mit einer weiteren Zunahme des BIP zu rechnen. Besonders Länder wie Indien, China und Osteuropa sind Motor für diese Entwicklung. Damit wird auch die Nachfrage nach Rohstoffen und Stahl steigen. Man kann davon ausgehen, dass der Stahlmarkt gestärkt aus dieser Entwicklung herauskommt. Allerdings stellt sich die Frage, wie lange dies dauern wird.
Kernergebnis der dlv - Mitgliedsumfrage im März 2009
- Eine langfristige Prognose über die Entwicklung der Stahlpreise bleibt schwierig
- Die dlv-Mitgliedsunternehmen erwarten in 2009 keine gravierenden Preisveränderungen und glauben zumindest für die nächsten Monate an eine stabile Preissituation.
- Die extremen Preissprünge der Jahre zuvor scheinen vorerst passé.
Die Mehrheit der befragten stahlverarbeitenden Firmen rechnet sogar mit einer weiteren leichten Preisreduzierung, während eine kleine Minderheit von Preissteigerungen im moderaten Bereich ausgeht. Die unterschiedlichen Bewertungen belegen die Schwierigkeiten, verlässliche Aussagen über die Zukunft des Stahlpreises und dessen Auswirkungen auf die Ladenbaubranche zu treffen. Ob sich die Stahlpreise mittel- oder langfristig wieder deutlich nach oben bewegen werden, lässt sich derzeit nicht prognostizieren. Entsprechend schwierig ist für die betroffenen Unternehmen die weitere Planung. Im Durchschnitt liegt der Anteil des Gesamteinkaufes der befragten Unter-
nehmen bei 45 % der Umsätze. Mehr als die Hälfte davon entfällt bei produzierenden Firmen auf die Beschaffung von Stahl. Die durchschnittliche Lagerreichweite für Stahl liegt bei 2,7 Monaten, die hohen Lagerbestände werden abgebaut. Die Verfügbarkeit von Stahl ist zur Zeit gut.
Folgende weiterführende Informationen hier:
- Pressemitteilung des dlv vom 05.03.09 Download
- Graphik: Preisentwicklung Warm-Breitband Download
- Quo vadis Stahlmarkt; Bericht A.T. Kearney Download
Zum Hintergrund der Preisentwicklungen
Nachdem die Stahlpreise seit 2004 eine rasante Entwicklung genommen und ihren höchsten Stand im 3. Quartal 2008 erreicht hatten, war im November/Dezember 2008 eine deutliche Preissenkung auszumachen. Hatte man in den Vorjahren für die Tonne Warmbreitband ca. 500 Euro gezahlt, kostete die Tonne dieses Basismaterials im Herbst 2008 > 800 Euro. Unter dieser massiven Steigerung der Preise litten besonders die Systemhersteller im Ladenbau mit hohem Stahlanteil. In der Umfrage des dlv vom Juli 2008 sprachen einige Mitgliedsfirmen von existenzgefährdenden Entwicklungen angesichts der Preissprünge auf den Stahlmärkten.
Im Dezember 2008 waren bereits wieder Preise unter 600 Euro pro Tonne auszumachen. Bei einigen Stahlsorten (z.B. Chromnickelstahl) ist die preisliche Talsohle bereits erreicht.
"systemgebundener Ladenbau mit viel Stahleinsatz"
